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Freitag, 20.03.2026

"Was ist (m)ein Wiener Wirtshaus?"
Gelebte Tradition mit Herz und Seele

"Das Wiener Wirtshaus ist weit mehr als ein Ort zum Essen – es ist ein Lebensgefühl. Es steht für authentische Wiener Küche, die ihre Wurzeln ehrt und gleichzeitig offen ist für moderne, kreative Interpretationen. Doch was ein Wirtshaus wirklich ausmacht, geht weit über die Speisekarte hinaus: Es ist die Haltung dahinter – geprägt von Qualität, ehrlicher Gastfreundschaft und einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das Genuss für viele möglich macht.

Vor allem aber ist es die Atmosphäre, die den Zauber eines echten Wiener Wirtshauses ausmacht. Diese besondere Form der Gemütlichkeit lässt sich kaum beschreiben, aber sofort spüren. Man tritt ein, lässt den Alltag hinter sich, kommt zusammen, lacht, erzählt – und merkt oft gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht.

Ein wunderbares Sinnbild dafür ist das berühmte Wiener „Fluchtachterl“ oder der liebevolle Satz „Eine Runde geht noch“. Es sind diese kleinen, fast beiläufigen Momente, in denen sich zeigt, dass man angekommen ist – dass man sich so wohlfühlt, dass man den Abend noch ein wenig festhalten möchte. Nicht zuletzt reisen viele Gäste genau deshalb nach Wien: auf der Suche nach dieser vielzitierten Wiener Gemütlichkeit, die hier nicht inszeniert ist, sondern ganz selbstverständlich gelebt wird.

Umso mehr schmerzt es, wenn dieser Geist durch starre Konzepte eingeschränkt wird. Der Trend, Tische nur noch für exakt zwei Stunden zu vergeben, mag wirtschaftlich nachvollziehbar erscheinen – er widerspricht jedoch dem innersten Wesen des Wirtshauses. Denn echte Gastfreundschaft kennt keine Stoppuhr. Sie bedeutet, Raum zu geben: für Genuss, für Begegnungen, für das Verweilen.

Das Wiener Wirtshaus lebt von genau dieser Freiheit. Von Momenten, die sich nicht planen lassen – und gerade deshalb unvergesslich bleiben."

Barbara Ludwig
Hotel Beethoven

Freitag, 20.03.2026

"Was ist (m)ein Wiener Wirtshaus?"
Wortspende

"Abgestandener Biergestank, Weinschwaden, Zigarettenrauch und Zwiebelfahnen vom Gulasch! Das war das Wirtshaus in meinen Kindertagen, als mich mein Vater zum Wirtn gegenüber unserer Firma mitnahm. Es war nämlich üblich, vor allem am Freitag, als unsere Mitarbeiter das Geld ausbezahlt bekamen (Baana-Tag), das Salär gleich wieder auf den Schädl zu haun. So saß ich unter unseren noch vom Sauerkraut und Salzgurken riechenden Schleriztkos, Novotnys und Hrdlickas am großen Gemeinschaftstisch, wo Karten gedippelt und genug geschnapselt wurde und der Schmähtandler seinen Auftritt hatte. Bevor es zum Bahöö kam, wurde ich vorsorglich von meinem Vater vom Geschehen getrennt, um wieder in unserer heilen Welt der Familie anzukommen. Bis weit in die Nacht hinein vertranken und veraßen und verspielten die Männer ihren Wochenlohn. Wehe, wenn sie betrunken und ohne Geld nach Hause kamen.

Heute ist das Wirtshaus – und nicht Gasthaus - nach wie vor ein vom Wirten geprägter Rückzugsort, wo man Gleichgesinnte trifft, die einem guten Glas Wein oder einem mit Würde gezapften Bier nicht abgeneigt sind, vor einem gelungenen Beuscherl (Gerer, schau oba) den Hut ziehen, und die Nierndln hochleben lassen. Ein guter Schmäh vom Wirten ist dann das Häubchen auf dem Kaffee mit dem Müllirahmstrudel.

Lasst uns die nahezu verlorene Wirtshauskultur feiern, holen wir sie wieder zurück, lasst uns Wein trinken (ohne wissen zu müssen, wie oft der Winzer sein Hemd wechselt), lasst uns wieder essen (ohne instruiert zu werden, wie die Kuh hieß und auf welcher Alm sie welche Kräuter fraß). Lasst uns nur ein wenig zurückschauen, sehen wir nach vor, hin zum kulinarischen Olymp unserer einmaligen Heimatstadt!"

Erwin Gegenbauer
Essig- und Bierbrauer, Kaffeeröster, Safthersteller, Ölmüller 
und bekannt als „Wiener Essigpapst“

Dienstag, 10.03.2026

Wirtshaustheater :
Wirtshaus – liky | Echokammer – supi | Facebook – kotzi

Mit „Die richtige Seite“ bringt Bernhard Dechant eine Inszenierung auf die Bühne des alteingesessenen Floridsdorfer Gasthauses Birner, die den Geist des radikalen Sprachtheaters von Werner Schwab in das digitale Zeitalter überführt. Inspiriert von Schwabs Stück "Übergewicht, unwichtig: Unform", trifft hier erstmals dessen exzessive, fäkal-poetische Sprachgewalt auf die fragmentierte Minimalgrammatik der sozialen Medien.

Ausgangspunkt ist eine reale Facebook-Gruppe mit über 21.000 Mitgliedern aus dem 21. und 22. Bezirk – ein virtueller Stammtisch voller Empörung, Angst, Gerüchte und Ressentiments. Dechant übersetzt diese digitale Echokammer zurück in einen analogen Raum: das Wirtshaus.

Der kleine Gastraum im Gasthaus Birner an der Alten Donau wird zur Bühne eines digitalen Stammtisches. Ein Geweih an der Wand wirkt fast wie ein absurdes Bühnenbild aus einem Stück von Thomas Bernhard. Hier prallen Chat-Logik, Kommentarspalten und politische Projektionen aufeinander.

Die Figuren sind keine klassischen Charaktere, sondern Profile: Schweindi, Hasi, Herta, Jürgen oder Fotzi. Ihre Sprache ist reduziert auf digitale Lautmalerei und Chat-Fragmente:
„Supi! Kotzi! TLTR!“

Gerade diese sprachliche Verknappung erzeugt eine überraschende Nähe zu Schwabs radikaler Wortästhetik. Aus Posts, Memes und Kommentarfragmenten entsteht eine Art Fäkalpoesie der Gegenwart, in der sich politischer Hass, grotesker Humor und digitale Kommunikationsrituale miteinander verschränken.

Besonders markant ist die Abkürzung TLTR – Too long to read. Sie steht exemplarisch für eine Zeit, in der komplexe Gedanken auf minimale Reaktionen reduziert werden. In Dechants Inszenierung wird sie zur bitterironischen Parole einer digitalen Öffentlichkeit, die sich selbst immer schneller überholt.

Formal arbeitet die Aufführung mit mehreren Ebenen:
Schauspieler auf der Bühne, Chat-Identitäten im digitalen Raum, chorische Stimmen aus der Echokammer – und dazwischen der Regisseur, der die Mechanik dieser Kommunikationsblasen sichtbar macht.

So entsteht eine dunkelbraune Groteske, die gleichzeitig politisch brisant und urkomisch ist.

Das Ergebnis ist ein Theaterabend, der zeigt, wie überraschend kraftvoll ein Wirtshaus als Kulturraum wirken kann. In der Intimität des Raumes entfaltet die Sprache eine fast körperliche Wirkung – roh, direkt und verstörend.

Fazit:
Bernhard Dechant gelingt eine bemerkenswerte Synthese aus dem radikalen Sprachtheater Werner Schwabs und der Kommunikationsrealität sozialer Medien. „Die richtige Seite“ ist ein politisch aufgeladener, grotesk-komischer Abend – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Wiener Wirtshauskultur auch im 21. Jahrhundert ein Ort künstlerischer Provokation sein kann.

Wiederaufnahme im Herbst!

Freitag, 06.03.2026

Ö1 Sendung Punkt Eins
"Wer rettet das Wirtshaus?"

Die Ö1-Sendung Punkt eins: „Wer rettet das Wirtshaus?“ auf 
Österreichischer Rundfunk (Ö1) beschäftigt sich mit dem Wirtshaussterben in Österreich.

Es geht darum, warum immer mehr traditionelle Gasthäuser schließen (Personalmangel, hohe Kosten, fehlende Nachfolger) und welche neuen Modelle es gibt, um Wirtshäuser zu erhalten – etwa Bürger- oder Genossenschaftswirtshäuser, bei denen Gemeinden oder Dorfbewohner gemeinsam ein Lokal betreiben.

Thema: Das Wirtshaus als „dritter Ort“ – also neben Zuhause und Arbeit ein zentraler sozialer Treffpunkt. Die Sendung behandelt das Wirtshaussterben in Österreich und neue Modelle, um den sozialen Treffpunkt im Dorf zu erhalten.

 Kernfrage: Wie kann das Wirtshaus als dritter Ort überleben? 

Freitag, 27.02.2026

Ö1 Kulinarium
„Einmal Respekt bitte! Für das Gastgewerbe“

Der Radiobeitrag auf Ö1 beleuchtet die Situation des österreichischen Gastgewerbes und stellt die Frage nach der gesellschaftlichen Wertschätzung für Menschen, die in Gastronomie und Hotellerie arbeiten.

Im Zentrum stehen die Herausforderungen der Branche: Personalmangel, wirtschaftlicher Druck und ein oft unterschätztes Berufsbild. Gleichzeitig wird deutlich, dass Gastfreundschaft, Service und kulinarische Kultur zentrale Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens sind – gerade im Wirtshaus als Ort der Begegnung.

Thema: Die Sendung diskutiert, warum die Arbeit im Gastgewerbe häufig zu wenig Anerkennung erhält und welche Veränderungen nötig wären, damit gastronomische Berufe wieder attraktiver und respektierter werden.

Gestaltung: Johanna Steiner
Redaktion: Kathrin Wimmer

Kernfrage: Wie gelingt es, dem Gastgewerbe – und damit auch der Wirtshauskultur – wieder mehr gesellschaftlichen Respekt zu verschaffen?

Mittwoch, 25.02.2026

Aufsperren statt Zusperren! 
"Ist das Wirtshaus noch zu retten?"
Kira Schinko auf besonderer Mission quer durch Österreich

Die ORF-Serie "Aufsperren statt Zusperren" macht sich in Zeiten des dramatischen Wirtshaussterbens auf die Suche nach verlorenen Orten der Gemeinschaft – am Land wie in der Stadt. Die Sendung versucht, Leben in verwaiste Gaststuben zu bringen und fragt, was uns ein sozialer Mittelpunkt wert ist.

Im Zentrum steht Kira Schinko als Wirtshausretterin. Sie ist quer durch Österreich unterwegs und folgt einer klaren Mission: leerstehende Wirtshäuser für einen Tag wieder aufzusperren und herauszufinden, ob sie noch Zukunft haben. Sie trifft ehemalige Stammgäste, Wirtsleute und lokale Persönlichkeiten und bringt gemeinsam mit Spitzen-Gastronom:innen Menschen, Ideen und potenzielle Pächter:innen zusammen.

„Aufsperren statt Zusperren“ ist eine Liebeserklärung an Orte, die noch nicht aufgegeben haben.

Folge 2: „Leopoldi-Stüberl in Linz“

Diesmal führt die Reise nach Linz. Dort belebt Kira das ehemalige Leopoldi-Stüberl wieder – ein Wirtshaus, das einst Treffpunkt im Grätzel war und heute leer steht. Gemeinsam mit engagierten Gastronom:innen wird das Lokal für einen Tag wieder geöffnet und mit Leben gefüllt.

Unterstützt wird sie dabei von Marie Rahofer-Reisetbauer vom Gasthof Rahofer sowie Haubenkoch Felix Haiderer, der einen Wirtshausklassiker zubereitet. Zusammen mit ehemaligen Stammgästen und Menschen aus der Umgebung wird sichtbar, wie groß die Sehnsucht nach solchen Orten der Begegnung noch immer ist.

Die Expertinnen und Experten von Folge 2:
Marie Rahofer-Reisetbauer vom Gasthof Rahofer 
https://www.rahofer.at

Mittwoch, 18.02.2026

Aufsperren statt Zusperren! 
"Ist das Wirtshaus noch zu retten?"
Kira Schinko auf besonderer Mission quer durch Österreich

„Aufsperren statt Zusperren“ macht sich in Zeiten des dramatischen Wirtshaussterbens auf die Suche nach verlorenen Orten der Gemeinschaft - am Land wie in der Stadt. Die Serie versucht, Leben in verwaiste Gaststuben zu bringen und fragt, was uns ein sozialer Mittelpunkt wert ist. Im Zentrum steht Kira Schinko als Wirtshausretterin. Sie ist quer durch Österreich unterwegs und folgt einer klaren Mission: leerstehende Wirtshäuser für einen Tag wieder aufzusperren und herauszufinden, ob sie noch Zukunft haben. Sie trifft ehemalige Stammgäste, Wirtsleute, lokale Stars und bringt gemeinsam mit Spitzen-Gastronom:innen Menschen, Ideen und potenzielle Pächter:innen zusammen. 
„Aufsperren statt Zusperren“ ist eine Liebeserklärung an Orte, die noch nicht aufgegeben haben.

Folge 1: „Droß – Das Vereinszentrum“

In der Auftaktfolge ist Kira zu Gast in Droß im Waldviertel. Die Gemeinde ist weithin bekannt für ihre vielen Vereine, doch sie haben kein Wirtshaus mehr, in dem man sich treffen kann, denn auch der letzte Wirt hat zugesperrt. Mit Hilfe von Haubenkoch Josef Floh (Der Floh) und Winzerin Silke Mayr (Vorspannhof Mayr) gibt Kira den Vereinen für einen Tag ihren geliebten Frühschoppen wieder.

Die Expertinnen und Experten von Folge 1:

Haubenkoch Josef Floh
Langenlebarn im Tullnerfeld
derfloh.at

Winzerin Silke Mayr
Mayr & Buchegger
vorspannhof.at

Montag, 10.02.2026

Wenn der letzte Wirt zusperrt
"Der Anfang war ein Frühschoppen." Die Wirtshausretter

Die Ö1-Sendung „Wenn der letzte Wirt zusperrt“ auf Österreichischer Rundfunk (Ö1) thematisiert das fortschreitende Wirtshaussterben und seine Folgen für Gemeinden und Stadtviertel.

Im Mittelpunkt steht die Frage, was passiert, wenn das letzte Gasthaus eines Ortes schließt – und damit ein wichtiger sozialer Treffpunkt verschwindet. Das Wirtshaus war lange mehr als Gastronomie: ein Ort für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft.

Thema: Das Wirtshaus als sozialer Treffpunkt und kultureller Bestandteil des Alltags – und was verloren geht, wenn dieser „dritte Ort“ verschwindet.

Gestalter: Joshua Mingers
Redaktion: Johanna Steiner

Kernfrage: Was bedeutet es für eine Gemeinschaft, wenn das letzte Wirtshaus zusperrt?  

Samstag, 24.01.2026

"Was ist (m)ein Wiener Wirtshaus?"
Zum Wiener Gasthaus 

Um 1840/50 schrieb der Archivar und Schriftsteller Karl Johann Braun Ritter von Braunthal (1802-1866) über die Wiener Wirtshäuser: „Die Gasthäuser in Wien, deren Zahl legendär ist, sind nicht so sehr ausgezeichnet durch Localität [1] als durch Promptheit der Bedienung und durch die treffliche Küche. Man ißt nirgends so gut wie in Wien …“. Etliche dieser angesprochenen Häuser verlegten sich auf das Zubereiten besonderer Wiener Spezialitäten wie Gulasch, gekochtes Rindfleisch, Blunzn, Leberwurst, pikante Beuschlsuppe, Kalbsbeuschl, Bruckfleisch, Backhendl, Wiener Schnitzel, diverse Rostbraten, Stoffat (Stoffadl, Stuffato), Reindl-Beefsteak, Frankfurter, Kaiserschmarrren, Obstknödel etc. und erlangten besonderen Ruhm bei den Wienern. Bis zum Ende der Habsburgermonarchie bzw. bis 1914 blieb die Wiener Wirtshausküche ein besonderes kulinarisches Highlight in Wien.

Durch die politischen Katastrophen im 20. Jahrhundert nahm die Qualität der Speisen im Gasthaus dramatisch ab. Das Speisenangebot wurde drastisch verringert, man griff zunehmend auf sogenannte „Convenienceprodukte“ zurück (vorpanierte Schnitzel; Gulasch, Gulaschsuppe, Erdäpfelsalat aus dem Kübel); die oft angepriesene „echte“ Rindsuppe ist  – auch in „besseren“ Lokalen – durchwegs aus Würfeln oder Sackerln gefertigt; Suppeneinlagen beschränken sich auf fertig gekaufte Grießnockerln, Leberknödel und trockene Frittaten; Knödel stammen aus dem Tiefkühlangebot; manche Gastronomen – eine Insiderinfo – kochen überhaupt nicht mehr, sondern kaufen alles fertig und wärmen es in der Mikrowelle etc. etc.). Als Gast, der sich mit Küche und Kochen intensiv beschäftigt, fühle ich mich von der Wiener Gastronomie „gepflanzt“.

Mein einziges Lieblingslokal wurde vor ca. drei Jahren von neuen Besitzern neu übernommen und ist seither - trotz der Beteuerungen der neuen Inhaber, so zu kochen wie früher – für mich nicht mehr akzeptabel. Ein anderes Lokal, das ich früher gerne besucht habe, hat vor kurzem für immer geschlossen. Es gibt natürlich einige passable Wirthäuser in Wien, z.B. Renner (Kritikpunkte: riesige Portionen, gezuckerter Erdäpfelsalat – der übrigens in der alten Wiener Küche nie gezuckert war), Weinhaus Hochmayer (sehr kleine, wenn auch gute Karte), Zum alten Nussbaum, Robert’s Alt-Sievering, Eckel (ist aber für ein Wirtshaus schon zu hochpreisig) und andere mehr. Aber das Zeug zum Stammgasthaus für mich hat keines der angeführten Lokale.

Als leidenschaftliche (Wiener) Köchin würde ich mir von einem Verein zur Erhaltung der Wiener Gasthauskultur Folgendes wünschen: gute, ehrliche Küche, hervorragende Lebensmittel, eine Rückbesinnung auf den unglaublichen Reichtum der Wiener Küche (wo gibt es heute noch Kalbs- oder Hühnereinmachsuppe, Hirn mit Ei, geröstete Leber, Beuschl, gefülltes Brathendl, ungarischen Zander, die zahlreichen Wiener Rostbraten? Außer einem Zwiebelrostbraten wird in dieser Hinsicht wenig angeboten, und der ist meist gedünstet statt kurz abgebraten. Wo gibt es einen guten Wiener Rindsbraten, gefüllte Kalbsbrust, Kalbsvögerl, gefüllte Pockerl zu Weihnachten, Weihnachtskarpfen mit Mayonnaisesalat, Semmelknödel, Serviettenknödel, Erdäpfelknödel – alle nicht vorgefertigt, frisch gemachten Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster, Obstknödel etc., etc.??? Die Liste ließe sich anhand historischer Wiener Kochbücher endlos fortsetzen). Als ziemlich frustrierte Besucherin Wiener Wirtshäuser koche ich die Wiener Küche daheim selbst.

[1] Damit ist die Architektur und Ausstattung des Lokals gemeint.

 

Ingrid Haslinger
Historikerin, Autorin

Montag, 06.10.2026

Ein "Mikrokosmos des Alltäglichen" als Basis für Zukünftiges! 

Gestern traf ich den ehemaligen Direktor des Wien Museums, Wolfgang Kos, Mitherausgeber des wegweisenden Katalogs zur Ausstellung "IM WIRTSHAUS – Eine Geschichte der Wiener Geselligkeit", zum Arbeitsessen im traditionsreichen Gasthaus Grünauer im 7. Bezirk.

Wolfgang Kos beschreibt das Wirtshaus als Fixpunkt der Geselligkeit und einen Mikrokosmos des Alltäglichen – den perfekten Ort für unverstellte, tiefgehendeGespräche. Der Austausch über unser Projekt SERVAS war extrem wertvoll! 

Es war ein Fest der Wiener Wirtshauskultur; nicht nur das Essen hat uns begeistert:

Gebackene Blunzn Radln mit gepickelten Zucchini

Geselchte Kalbszunge mit Sardellencreme und Kapern

Eine fantastische Kalbsroulade mit Eierschwammerlfülle und Bandnudeln

Ich freue mich auf die nächsten Schritte unserer Zusammenarbeit im Rahmen von SERVAS und auf das nächste Treffen in einem der unzähligen Wiener Wirtshäuser, die wie kaum eine andere Institution den städtischen Normalbetrieb erhalten.

Auf eine erfolgreiche gemeinsame Gestaltung der Zukunft!

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